Zu unserem zweiten Treffen Ziemlich.Beste.Praxis konnten wir 29 Teilnehmerinnen und mit Herrn Felix Köhler einen kompetenten Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema begrüßen. Wir bedanken uns auch auf diesem Wege bei allen Beteiligten für die anregende Diskussion im Forum und in der Pause. Lesen Sie gern die Zusammenfassung unseres Treffens.
Herzliche Grüße
Hans Christian Lippmann und Bodo Frenk
Das Thema wurde dargestellt und diskutiert anhand eines Fallbeispiels und akuter Fragestellungen aus dem Kreis der Teilnehmenden.
Das konkrete Fallbeispiel kam aus dem Bezirksamt Pankow von Berlin, Abt. Ordnung und Öffentlicher Raum, Umwelt- und Naturschutzamt, SGL Landschaftsplanung mit der Herausforderung:
Zusammenfassen von textlich umfangreichen Stellungnahmen und Planungsunterlagen, um in der Fülle der Unterlagen relevante Passagen zu erkennen, auf die reagiert werden muss.
Das Fallbeispiel und die konkreten Fragen dazu (s.unten) stellte Lisa Schröder für das Umwelt- und Naturschutzamt dar.
Für Antworten stand bereit:
Grundsätzlich:
1. Wie kann sichergestellt werden, dass alle relevanten Informationen von der KI berücksichtigt werden?
Antwort: Hier ist zu klären, was als relevant zu betrachten ist und es sind eigene Prozesse zu entwickeln, die eine brauchbare Genauigkeit erreichen. Wir kommen um das eigene Probieren nicht herum – oder wir lassen uns eine singuläre Anwendung entwickeln – wenn wir das Budget dazu haben
2. Wie können Pläne, Bilder, Darstellungen durch die KI ausgewertet werden?
Antwort: Mit BärGPT ist das aktuell nicht zu leisten. Hier wären andere Modelle auszuwählen.
3. Wie ist der rechtliche Rahmen für die Nutzung?
Antwort: Wie oben erwähnt, gelten bestehende Regelungen und die Verantwortung der Dienststellen. Mit KI generierte Texte und Schreiben müssen als solche gekennzeichnet sein.
4. Welche Aufgaben können oder sollten durch die KI nicht ersetzt werden bzw. Wie nachvollziehbar sind KI-Entscheidungen?
Antwort: Letztlich sind die „Entscheidungen“ der Modelle so komplex, dass sie – im Gegensatz zu programmierten Prozessen (Algorithmus oder lineare Regression) – nicht mehr nachvollzogen werden können. Die Modelle können nur als Hilfsmittel betrachtet werden und der bzw. die Sachbearbeiter/in muss – wie auch bisher – verantwortungsvoll entscheiden und begründen.
5. Wer haftet bei Fehlentscheidungen?
Antwort: Derjenigen, der für den Bescheid bzw. die Entscheidung auch ohne KI haftet.
6. Wie können Mitarbeitende für den Umgang mit KI qualifiziert werden?
Antwort: Diese Frage wäre z.B. an die Verwaltungsakademie zu stellen. Hierzu sind bereits mehrere Module über die eVAk Berlin buchbar, u.a. zu Prompting, indem man bei https://evak.vak.online/ „Künstliche Intelligenz“ sucht. Kontakt für Dienststellen wäre Fr. Marzinka an der VAk.
7. Wie sieht ein guter Prompt aus? Kann dieser zuverlässig reproduzierbare Ergebnisse liefern?
Antwort: Siehe die verlinkte Hilfestellung (oben)
8. Wie kann vermieden werden, dass die KI bestehende Verzerrungen (z.B. in historischen Planungsdaten) reproduziert?
Antwort: Wir brauchen weiterhin den oder die Sachbearbeiterin mit Kontextwissen, um solche Verzerrungen oder Fehlschlüsse zu erkennen.
9. Sind KI-gestützte Stellungnahmen rechtlich anerkannt, oder müssen sie immer durch Fachpersonal geprüft werden?
Antwort: Die Stellungnahme oder den Bescheid unterschreibt immer ein konkreter Mensch, der dann auch idealerweise prüft und verantwortet.
10. Wie müssen die Daten für die KI aufbereitet sein?
Antwort: siehe Handreichung gutes prompten (oben)
11. Welche technischen Voraussetzungen sind vorhanden oder müssen geschaffen werden?
Antwort: BärGPT ist schon jetzt verfügbar, Lizenzen für andere Modelle müssen auf den üblichen Wegen über die Dienststellen beschafft werden.
12. Welche rechtlichen Vorgaben müssen bei sensiblen Daten (z.B. Personendaten) beachtet werden?
Antwort: siehe Handreichung (oben)
13. Welche konkreten KI-Anwendungen sind besonders vielversprechend? Gibt es best-practice-Beispiele aus anderen Ämtern/Kommunen/Ländern bei der Nutzung von KI?
Antwort: hier gibt es noch keine Empfehlungen von Seiten der IKT-Steuerung, ggf. über Community of Practice (KI-Taskforce) austauschen oder sich bundesweit mit ähnlichen Dienststellen austauschen. Die Senatskanzlei setzt auf den „Marktplatz der KI-Möglichkeiten“ (MaKI) als föderales Transparenzregister, über den dann auch Lösungen aus anderen Ländern und Kommunen nachgenutzt werden können.
14. Wie sieht es mit der Kosten-Nutzen-Bilanz von KI aus; auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit (Stichwort: Energie- und Wasserverbrauch)?
Antwort: Ja, das ist alles sehr Energie- und Ressourcenintensiv, komplexe Berechnung von Stoff- und Energiebilanzen wären von Nöten. Die Nachhaltigkeitsfrage wäre aber auch bei vielen anderen Medien (auch Papierverbrauch oder unsinnige E.Mails) vergleichend zu stellen.
Weitere Fragen und Anregungen aus dem Kreis der Teilnehmenden:
02. Juli 2026
Beim letzten Treffen der neuen „Community of Practice Consulting” der gfo, das das Thema KI fortsetzte, ging es um Entscheidungen unter Unsicherheit. Zu diesem Thema hatten wir Florian Artinger, Susanne Jung und Philipp Leipold von Simply Rational zu einem Werkstattgespräch eingeladen.
Consulting, Community of Practice,
02. Juli 2026
Wenn der Impulsvortrag fast zur Nebensache wird, weil das Publikum schon nach fünf Minuten heißläuft… 🔥
Genau das ist am 02.07. in Frankfurt passiert. Die gfo | gesellschaft für organisation e. V. hatte zu einem Impulsvortrag eingeladen. Das Thema: "KI verändert Führung – nur wie?!"
Frankfurt, Regionalgruppe,
23. Juni 2026
An einem heißen Junitag hatten wir unseren ersten 𝗴𝗳𝗼 𝗔𝗽𝗲́𝗿𝗼 𝗞𝗼̈𝗹𝗻𝗕𝗼𝗻𝗻 (gfo | gesellschaft für organisation e. V.) — bisher als Stammtisch bekannt, jetzt mit neuem Namen und bewährtem Anspruch: fachlicher Impuls, persönlicher Austausch und gute Gespräche in kollegialer Atmosphäre.
Köln/Bonn, Regionalgruppe,
28. Mai 2026
Die Themen unserer Verbandsmitteilungen, erschienen in der zfo 3/2026:
Verein, zfo, Verbandsmitteilungen,
07. Mai 2026
Wer dachte, beim gfo Stammtisch 2.0 geht es nur um gemütliches Beisammensein und seichtes Networken, wurde beim letzten Stammtisch in Frankfurt am 07. Mai eines Besseren belehrt!
Frankfurt, Regionalgruppe,
05. Mai 2026
Beim ersten Treffen der neuen „Community of Practice Consulting” haben wir uns über nichts Geringeres als die „Zukunft der Beratung” ausgetauscht.
Consulting, Community of Practice,
02. April 2026
In den aktuellen Verbandsmitteilungen (erschienen in der zfo 2/2026) findest Du folgende Beiträge:
Verein, zfo, Verbandsmitteilungen,
26. März 2026
Am 26. März durften wir mit der Regionalgruppe Köln/Bonn der gfo | gesellschaft für organisation e. V. eine ganz besondere Veranstaltung erleben: eine Führung durch den historischen Atombunker in Köln-Kalk. Praxisnahe Einblicke in Organisation, Krisenmanagement und Führung unter Extrembedingungen.
Köln/Bonn, Regionalgruppe,
25. März 2026
Gesunde Arbeit ist keine Randnotiz. Sie ist produktiv.
Der neue iga.Report 49 liefert Argumente für das, was die CoP Gesunde Organisationen seit Jahren vertritt: Gute Arbeitsbedingungen machen Organisationen attraktiver — jetzt und messbar.
Gesunde Organisationen, Community of Practice,