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Interview der zfo mit dem Präsidenten der gfo Herrn Dr. R. Lütke Schwienhorst Artikel vom 02. Juli 2018

Der harte Kern packt’s an - Treffen der Regionalleiter

zfo: Herr Lütke Schwienhorst, im April haben Sie sich mit engagierten Regionalleitern aus der gesamten Republik in Berlin getroffen. Worum ging es da und was ist dabei herausgekommen?

Dr. Lütke Schwienhorst: Vom Tag unserer Wahl an war Thomas Russack und mir klar, dass die Arbeit in den Regionen absolut erfolgs-entscheidend für das Wiedererstarken der gfo sein wird. Deshalb haben wir bereits in der ersten Woche unserer Amtszeit den Kontakt aufgenom-men und alle Regionalleiter eingeladen, an dem Wiederaufbau mitzuwirken.

Im April konnten wir uns dann endlich auch persönlich kennenlernen und auf diesem Wege den Kontakt vertiefen, der vorher per Mail und Telefon aufgebaut worden war. Bei den Inhalten standen zwei Punkte im Vordergrund:

1. Wir haben den strategischen Rahmen, den wir in der Zwischenzeit im Vorstand entwickelt hatten, diskutiert und verfeinert.

2. Wir haben die vorhandenen Erfolgsmuster aus der Arbeit in den Regionen transparent gemacht, weiterentwickelt und Vorgehensweisen vereinbart, wie wir sie unter allen Regionalleitern verbreiten können

Und im Ergebnis können wir schon jetzt eine deutliche Zunahme der Veranstaltungen verzeichnen, die auf unserer Homepage und in unserer XING-Gruppe angekündigt werden.

zfo: Und wie sieht das ganz konkret aus mit den Erfolgsmustern, von denen, die anderen lernen können?

Dr. Lütke Schwienhorst: Der wichtigste Erfolgsfaktor jeder Regional-gruppe ist der Regionalleiter bzw. die Regionalleiterin. Es ist das persönliche Engagement dieser Menschen, das darüber entscheidet, ob die Gruppe lebt oder mehr auf dem Papier existiert. Und wir danken allen, die in Vergangenheit und Gegenwart, dieses Engagement an den Tag gelegt haben - und bitten sie, darin nicht nachzulassen.

Zur Unterstützung von erfahrenen Regionalleitern, die vielleicht gerne mal etwas Neues ausprobieren wollen und zur Orientierung von jungen Regionalleitern, die gerade erst in die Rolle reinwachsen, haben wir neben den bewährten Formaten der Vergangenheit eine Reihe von neuen Formaten entwickelt, die auch und gerade die jüngere Generation ansprechen können und werden. Diese Anregungen kann jedeR sich zu Nutze machen, denn auch hier gilt der alte Erfahrungssatz: Was immer ich intuitiv schon gut mache, kann ich mit etwas Systematik besser machen.

zfo: Gab es auch schwierige Themen in Berlin?

Dr. Lütke Schwienhorst: Die Atmosphäre war insgesamt sehr aktiv und harmonisch - es wurde auch viel gelacht. Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, wurde von den Anwesenden mit großer Zustimmung aufgenommen und gleichzeitig als deutliche Wende verstanden, mit der vielleicht einige nicht Anwesende aus dem Kreis „fremdeln“ könnten: Dabei geht es mir um die strikte Trennung von Beruf und Ehrenamt. Ganz praktisch können wir das an den neuen Visitenkarten der Regionalleiter festmachen, die auf der Vorder- und Rückseite die gfo-Informationen tragen, damit eine Vermischung der Interessen an dieser Stelle schon einmal ausgeschlossen ist.

Aber auch die Anforderung des Vorstandes an die Regionalleiter, in 2018 mindestens 2 Veranstaltungen in ihrer Region durchzuführen und ab 2019 dann regelmäßig 4 p.a. hat schon verdeutlicht, dass sich hier auch noch die Spreu vom Weizen trennen kann.

zfo: Was nehmen Sie persönlich als wichtigste Erkenntnis von diesem Treffen in Berlin mit für Ihre weitere Arbeit?

Dr. Lütke Schwienhorst: Erstens die Rückmeldung von der „Basis“, dass wir auf dem richtigen Weg sind - auch wenn der Weg vermutlich deutlich steiniger ist als zunächst erhofft.

Und zweitens: Der Kontakt mit den Menschen ist durch nichts zu ersetzen - und ist gleichzeitig das schönste Geschenk aus der Arbeit im Ehrenamt. Die Arbeit mit Gleichgesinnten in einer großen Gemeinschaft macht immer wieder Freude und stiftet auch den Sinn für diese Arbeit.

Die Richtung stimmt - und jetzt springt auch der Motor an

- 2. Treffen der gfo-Strategen

zfo: Gilt das genauso für den 2. Strategietag der gfo, der wenig später ebenfalls in Berlin stattfand?

Dr. Lütke Schwienhorst: Mit dem Rückenwind vom Treffen der Regionalleiter, war der Strategie-Tag, schon ein echtes Heimspiel: Streng nach dem Motto „Strategie ist, wenn man spinnen darf, streiten kann und am Ende des Tages mit sehr spezifischen Ergebnissen herausgehen muss“ haben wir einen Tag lang einen sehr intensiven Austausch von Ideen betrieben - und sind am Ende des Tages mit sehr konkreten Vereinbarungen zur weiteren Zielgruppenansprache herausgegangen.

zfo: Was ist nun neu an der gfo-Strategie?

Dr. Lütke Schwienhorst: Die erste Neuigkeit lautet: Wir haben überhaupt eine Strategie - nachdem sich unsere Vorgänger da über Jahre doch sehr vornehm zurück gehalten hatten. Und die zweite wesentliche Neuigkeit besteht sicherlich darin, dass wir nun nicht mehr alle Zielgruppen „über einen Kamm scheren“, sondern für jede Zielgruppe eine spezifische Ansprache auf der Basis klar differenzierter Nutzenversprechen und z.T. auch mit unterschiedlichen Leistungsangeboten entwickelt haben.

So werden wir in Zukunft für die Unternehmen neben dem Basisleistungspaket auch ein Premium-Paket anbieten, das einige interessante Zusatzleistungen enthält - die dann natürlich auch anders bepreist werden. Unsere Schweizer Kollegen von der SGO habe dieses Modell schon länger erfolgreich im Einsatz und wir wollen gerne von ihnen lernen.

zfo: Haben Sie dabei auch neue Zielgruppen entdeckt?

Dr. Lütke Schwienhorst: Eher wiederentdeckt als neu entdeckt - und dann ausdifferenziert. Das lohnt sich, denn dabei erkennt man sehr schnell, dass Universitätsprofessoren vermutlich andere Interessen mit der gfo verbinden als Professoren an der Fachholschule, dass Führungskräfte in den Unternehmen anders anzusprechen sind als Organisationsspezialisten im selben Haus und unter den Beratern die IT-nahen Prozessspezialisten anders als die OE-Experten, die bei Prozessen an Change-Management und nicht an Swimlanes denken.

zfo: Werden die Leser der zfo auch die Konsequenzen aus der neuen Strategie zu Gesicht bekommen?

Dr. Lütke Schwienhorst: (Lacht) Nicht in diesem und auch nicht im nächsten Heft - nein ganz im Ernst: kurzfristig nein, mittelfristig ja.

Wenn die gfo nun wieder offen für die Struktur- und Kultur-Themen der Organisation ist, kann das auch zu anderen Schwerpunktsetzungen für die zfo führen. Und wenn das Zielgruppenkonzept der gfo weiter gereift und getestet ist, wird das vermutlich auch seinen Niederschlag in der Ansprache von Lesern und Interessenten durch den Verlag finden.

zfo: Wie machen Sie das als ehrenamtlicher Vorstand, die Konzepte in allen Themen gleichzeitig voranzutreiben?

Dr. Lütke Schwienhorst: Das geht natürlich nur im Team. So hat Andreas Aulinger z.B. den Strategie-Tag wesentlich mit vorbereitet und organisiert und Antje Cordes einen Großteil der Moderation beim Treffen der Regionalleiter übernommen.

zfo: Welches Anliegen haben Sie gegenüber den Lesern der zfo?

Dr. Lütke Schwienhorst: In der Talk-Show heißt es an dieser Stelle dann „Bleiben Sie uns gewogen!“ Und für uns bedeutet das: Setzen Sie sich bitte mit uns auseinander - mit den Themen und den Methoden, die die Diskussion in unserem Fach bestimmen.

Und tun Sie das am besten, indem Sie sich mit Ihren Kollegen und Kolleginnen zusammensetzen - in einer Regionalgruppe, in einer Community of Practice (z.B. zum Thema „Agile Organisation“) und auf unserem PSD oder dem gfo-Management-Kongress.

Wir versprechen Ihnen spannende Diskussionen und nette Leute.

zfo: Herr Dr. Lütke Schwienhorst, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

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