Beim ersten Treffen der neuen „Community of Practice Consulting” der gfo haben wir uns über nichts Geringeres als die „Zukunft der Beratung” ausgetauscht. Dazu setzten wir uns zunächst grundsätzlich mit aktuellen Trends, insbesondere der Auswirkung von KI, aus Sicht der Beratungsforschung auseinander.
Prof. Dr. Stephan Kaiser und Prof. Dr. Patrick Sailer skizzierten ihre Überlegungen, dass sich die klassische „professionelle Pyramide” vermutlich verändern wird. Konkret bedeutet dies, dass wir weniger Neueinstellungen auf Junior-Ebene, alternative Laufbahnkonzepte und eine verstärkte Zusammenarbeit mit Plattformen erwarten können. All dies betrifft Beratungsorganisationen je nach Geschäftsmodell unterschiedlich stark.
Christian Pfaff vertiefte diese Analysen mit aktuellen Zwischenergebnissen aus seiner empirischen Doktorarbeit. Aus Interviews mit über 50 Beraterinnen und Beratern ergab sich ein differenzierteres Bild. Je nach Geschäftsmodell, Level und Aufgabe zeigte es eine erste Quantifizierung des Effizienz- bzw. Einsparpotentials mittels KI auf. Christian sprach davon, dass nach Einschätzung der Befragten 19 % bis 47 % eingespart werden könnten.
Im Anschluss gewährten uns Anna Wysluch und Dr. Andreas Aschenbrenner spannende und aktuelle Einblicke in ihre Praxis. Beide berichteten, dass KI in ihrem Beratungsalltag und ihrer täglichen Arbeit auf Partnerlevel deutlich sichtbar ist. Sie beschrieben auch, wie Beratungen das Orchestrieren von KI-Agenten als zweite „Welle“ nach LLM‘s (Sprachmodelle wie ChatGPT) intern organisieren. Anna betonte, dass sich dadurch auch Chancen ergeben, da Empathie und Vertrauen an Bedeutung gewinnen und eine bessere Work-Life-Balance durch Effizienzgewinne erreichbar scheint. Andreas legte Wert darauf, dass dies weniger zu einem Wegfallen als zu einer Renaissance von Beratung führen könne. Zudem spielten technische Fähigkeiten im Umgang mit KI bereits im Recruiting eine wichtigere Rolle.
In der wunderbar diversen Diskussion wurde unter anderem der zukünftig unklarere Lernpfad von Juniorberatern zu Seniorberatern erörtert, wenn Juniorberater viele Aufgaben an KI delegieren und somit weniger analytische Kompetenz aufbauen können. Ein weiteres Diskussionsthema war die Auffassung von KI als neuem „Betriebssystem“ von Beratungsorganisationen anstatt als individuelles Tool.
In Kürze geht es weiter. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, schreibt einfach eine E-Mail an info@gfo-web.de!
01. Dezember 2025
Wie müssen Beratungsunternehmen organisiert sein, um in einer Welt von generativer KI, Plattformökonomie und Wertewandel zukunftsfähig zu bleiben?
Das beleuchten Patrick Sailer und Stephan Kaiser in ihrem Beitrag in der zfo 6/2025. Jetzt hier downloaden!
Consulting, Community of Practice, zfo,